Meinungen
Liebe Almut,
Dein Engagement und Deine Kreativität haben es möglich gemacht. Du hast uns einen super Rahmen gegeben, genau die richtige Mischung aus Vorgabe und Raum für unsere eigenen Ideen. Deine Art ist angenehm und erfrischend. Deine Führung war klar und gut, aufgrund Deiner Fähigkeiten konnten wir uns auf das Wagnis einer Aufführung nach so kurzer Probenzeit einlassen und alle zusammen so gut sein. Wir danken Dir herzlich!
Deine “Lebenslinie”, August 2008
“Was macht der Fernsehapparat im Theater?”
Eine Grundschule der päd-aktiv-Ferienbetreuung erkundete das Theater vor und hinter den Kulissen
von Sebastian Riemer
“Warum sind das denn Ehrenplätze? Die sind doch total schlecht, da muss man ja schräg auf die Bühne gucken.” Manchmal stellen Kinder einfach die besten Fragen. Da kommt sogar Almut Koch, die neue Schauspielpädagogin des Theaters, etwas ins Grübeln. “Stimmt eigentlich,” meint sie zögernd, “aber in den Logen sind die wichtigen Leute dafür eben ganz unter sich.”
Das Ferienprogramm von päd-aktiv brachte gestern eine Grundschulkindern vor und hinter die Kulissen der Städtischen Bühne. bereits im Zuschauerraum, wo die Tour beginnt, wird Almut Koch mit Fragen durchlöchert. “Wozu sind denn die Fernseher da gut?”, fragt ein Mädchen. “Darauf ist bei Opern der Dirigent zu sehen, damit die Schauspieler ihren Gesangseinsatz nicht verpassen.”
Kinder sind neugierig. Und zwar in diesem fall geradezu in faustischem Maße, so dass die Schauspielpädagogin selten dazu kommt, etwas am Stück zu erklären. Immer wieder wird sie von den Fragen und Einwürfen der Grundschüler unterbrochen. Aber das ist nicht störend, sondern förderlich, denn Kinder sehen zumeist genauer hin als der allzu erfahrene erwachsene Theaterbesucher.
An der Bühne vorbei geht es in die Schlosserei. “Hier stinkt’s”, ruft ein Mädchen, und da das der Eindruck der meisten Kinder ist, verweilt Almut Koch nicht lange bei den Schweißern. Nach einem kurzen Blick in die Schreinerei geht es durch die endlosen, verwinkelten Gänge im Untergeschoss des Theaters ins friedrich5. Hier wird geprobt, oft aber auch ein kleines Theaterstück aufgeführt. Original-Requisiten des Theaters liegen aus.
“Guck mal, Sebastian, ich bin voll fett”, lacht Jonas. In einem Fett-Anzug, der ihn kugelrund macht, sieht der dünne Grundschüler jetzt wirklich witzig aus. Sein Kumpel hat sich unterdessen einen Ritterhelm geschnappt und “reitet” durch den Saal. Schließlich erleben die Grundschüler selbst, was es bedeutet zu schauspielern. Plötzlich hält Almut Koch eine Kugel in der Hand, die zwar unsichtbar ist, aber voller Energie. Sie summt, der ganze Körper steht unter Spannung, dann gibt Almut Koch die Kugel weiter. Das Mädchen neben ihr ist ein Naturtalent. Bei ihr brummt die imaginäre Kugel noch stärker und als sie diese schließlich weitergibt, ist die Energie – und mit ihr die Kugel – viel größer geworden. “Schauspieler müssen sich immer vorstellen, dass alles echt ist, was sie tun, weil ihnen die Zuschauer sonst nicht glauben”, erklärt die Theaterpädagogin. Die Grundschüler jedenfalls glauben an die Energie-Kugel und haben mächtig Spaß beim Weitergeben.
(Heidelbeger Nachrichten, 7.2.2008)