“Acht Frauen und ein toter Mann”, Theaterterrine 2006
Köstlich ist anzuschauen, wie trügerisch die anfängliche Idylle sich in einen Sumpf aus Lügen und Intrigen verwandelt und wie faustdick es so nach und nach jede hinter den Ohren hat. Und mit wieviel Spielfreude die Schauspielerinnen ihre Charaktere ausgestalten. Da wird – zum Anfassen nah – hysterisch geschrieen, sich taxiert, Geschirr auf den Boden geworfen und sich zuweilen auch mal geprügelt.
Gesangs-Einlagen in Musical-Qualität rissen das Publikum zu spontanem Szenenapplaus hin und ließen erahnen, wie vielseitig talentiert das Ensemble der Bielefelder Theaterterrine ist, ein Zusammenschluss von Schauspielern aus den freien Theaters Bielefelds.
Auch mit den Tücken der Technik kamen sie wunderbar zurecht. Einen längeren Stromausfall überbrückten sie souverän ohne mit der Wimper zu zucken.
(Westfalen Blatt Halle, 27.10.2006)
Schonungslose Offenheit, die schmerzt, war am Wochenende auf der Herforder manufactur-Studiobühne im Frühherrenhaus Programm: Mit dem Stück „8 Frauen“ von Robert Thomas leuchteten die Mitglieder des Ensembles „Theaterterrine“ die Abgründe der weiblichen Seele und unterdrückter Sehnsüchte aus. Die Töchter, Tanten, Mütter, Großmütter und Bediensteten fetzen und schlagen, zerstreiten und versöhnen sich, reißen sich gegenseitig die familiär-harmonischen Masken herunter.
Die kurzweilige wie ideenreiche Inszenierung durch Christine Eichholz auf der Herforder Bühne konnte überzeugen. Aus verschiedenen freien Bielefelder Theatergruppen haben sich die Mitglieder der „Theaterterrine“ zusammengemischt und traten erstmals in dieser Formation auf. Einige unter ihnen wie Karin Ernsting als verhuschte Augustine („Ihr denkt, dass ich euch hasse, aber das ist meine Art zu lieben“) gingen in ihrer Rolle dabei besonders überzeugend auf und machten Szenen mit ihr immer zu einem amüsanten Erlebnis.
(Neue Westfälische Herford, 26.09.2006)